Unsere Grundschule versteht sich als rassismuskritischer Lern- und Lebensort. Alle Kinder sollen sich bei uns sicher, gesehen und zugehörig fühlen – unabhängig von ihrer Herkunft, Hautfarbe, Sprache, Religion oder ihrem Namen. Wir setzen uns aktiv mit Rassismus und anderen Formen von Diskriminierung auseinander und entwickeln unsere Schule kontinuierlich weiter.
Rassismuskritische Schule bedeutet für uns: Wir hinterfragen Routinen, Unterrichtsmaterialien, Sprache und Strukturen. Dabei nehmen wir auch unbewusste Vorurteile und institutionelle Benachteiligungen in den Blick. Ziel ist eine Schule, in der Vielfalt nicht als Problem, sondern als Stärke und selbstverständlicher Teil unserer Gemeinschaft verstanden wird.
Gemeinsam mit der SchlaU-Werkstatt
Ein wichtiger Impuls für unsere Schulentwicklung war die Zusammenarbeit mit der SchlaU-Werkstatt für Migrationspädagogik und dem Landesinstitut für Schule Bremen (LIS). Im Rahmen eines dreijährigen Stipendiums der SchlaU-Werkstatt haben wir uns intensiv mit rassismuskritischer Pädagogik, migrationssensibler Bildung und diskriminierungskritischer Schulentwicklung beschäftigt.
Das Konzept der SchlaU-Werkstatt verbindet fachliche Weiterbildung, Selbstreflexion und konkrete Veränderungen im Schulalltag. Pädagogische Fachkräfte setzen sich mit der eigenen Haltung auseinander und entwickeln gemeinsam Handlungsmöglichkeiten für Unterricht, Zusammenarbeit und Schulleben. Dabei werden die Perspektiven der Kinder und Familien einbezogen.
Für unsere engagierte Arbeit und die Teilnahme an diesem dreijährigen Entwicklungsprozess wurde unserer Schule von der SchlaU-Werkstatt ein Zertifikat verliehen. Diese Auszeichnung würdigt unseren gemeinsamen Weg und ist zugleich Ansporn, rassismuskritische Schulentwicklung dauerhaft weiterzuführen.
Rassismuskritik im Schulalltag
Rassismuskritische Bildung findet bei uns nicht nur in einzelnen Unterrichtsstunden statt. Sie zeigt sich in vielen Bereichen des Schullebens:
Wir schaffen Raum für unterschiedliche Lebensgeschichten, Sprachen und Familienkulturen.
Wir wählen Bücher, Bilder und Materialien bewusst vielfältig und diskriminierungssensibel aus.
Wir sprechen mit den Kindern über Vorurteile, Ausgrenzung und ein faires Miteinander.
Wir stärken Kinder, die Rassismus oder andere Diskriminierung erfahren.
Wir ermutigen alle Kinder, diskriminierende Situationen wahrzunehmen, anzusprechen und Unterstützung zu holen.
Wir überprüfen unsere Regeln und Strukturen regelmäßig darauf, ob sie allen Kindern gerecht werden.
Dabei geht es nicht darum, einzelne Kinder oder Familien verantwortlich zu machen. Im Mittelpunkt steht die gemeinsame Verantwortung der Erwachsenen und der gesamten Schulgemeinschaft, Benachteiligungen zu erkennen und ihnen entgegenzuwirken.
„Mit Herz und Verstand für ein friedliches Miteinander“
Ein sichtbares Ergebnis unserer rassismuskritischen Schulentwicklung ist die jährliche Projektwoche „Mit Herz und Verstand für ein friedliches Miteinander“. In dieser Woche beschäftigen sich die Kinder altersgerecht mit Rassismus, Diskriminierung, Vielfalt, Kinderrechten und Zivilcourage.
Die Kinder setzen sich mit Fragen auseinander wie:
Was bedeutet es, fair und respektvoll miteinander umzugehen?
Was kann ich tun, wenn jemand ausgeschlossen oder beleidigt wird?
Warum sind Unterschiede wertvoll?
Wie können wir gemeinsam für ein friedliches Miteinander sorgen?
Die Projektwoche lebt von den Ideen und Perspektiven der Kinder. Sie gestalten eigene Aktionen, kreative Arbeiten und Präsentationen. So entstand beispielsweise unsereDiskriminierungsbox, in die Kinder eine Regenbogenkarte, die sie gemeinsam mit einer erwachsenen Person ausgefüllt haben, einwerfen können, wenn sie selbst Diskriminierung erfahren oder eine solche beobachten. Auch Aktionen gegen Rassismus und andere Diskriminierungsformen wurden von Kindern entwickelt.
Eine gemeinsame Haltung
Rassismuskritische Schule ist für uns kein abgeschlossenes Projekt, sondern ein fortlaufender Lernprozess. Wir hören zu, reflektieren unser Handeln und suchen gemeinsam nach Wegen, wie unsere Schule noch gerechter und sicherer werden kann.
Wir wollen eine Schule sein, in der alle Kinder sagen können: Ich bin willkommen. Ich werde respektiert. Meine Stimme zählt.
Denn ein friedliches Miteinander braucht beides: Herz und Verstand.