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Unser allgemeines Schutzkonzept

Gemeinsam für eine sichere und starke Schule

An der Oderschule sind alle Strukturen und Ziele darauf ausgerichtet, dass sich alle Kinder wohl und sicher fühlen. Denn nur wer sich sicher, angenommen und ernst genommen fühlt, kann erfolgreich lernen und sich gut entwickeln. Genau darum geht es in Schule: Kinder bestmöglich zu begleiten, ihre Fähigkeiten zu stärken und ihnen faire Bildungschancen zu eröffnen.

Unsere gemeinsame Haltung
Die Grundlage unseres Schutzkonzeptes bilden unsere gemeinsamen Werte, unser Leitbild, unser Blick auf das Kind und unsere pädagogische Haltung. Wir sehen jedes Kind als eigenständige Persönlichkeit mit individuellen Stärken, Bedürfnissen und Rechten. Kinder sollen bei uns Wertschätzung erfahren, mitbestimmen können und wissen, dass ihre Anliegen ernst genommen werden.

Ein wichtiger Grundsatz unserer Arbeit lautet:
Jedes Verhalten macht Sinn und hat einen Grund.

Das gilt auch für Verhalten, das herausfordernd oder grenzverletzend ist. Wir wollen verstehen, welche Bedürfnisse, Erfahrungen oder Belastungen hinter einem Verhalten stehen können. Dieses Verständnis hilft uns, angemessene und nachhaltige Lösungen zu entwickeln. Verstehen bedeutet dabei nicht, grenzverletzendes Verhalten zu entschuldigen oder hinzunehmen.

Wir reagieren klar und professionell, wenn Grenzen verletzt werden. Dabei gilt: Der Schutz aller Kinder und Erwachsenen hat jederzeit Vorrang. Wir unterbrechen gefährdende Situationen, schützen betroffene Kinder und sorgen anschließend für eine pädagogische und fachliche Klärung. So verbinden wir Verständnis für die Ursachen mit einer eindeutigen Haltung zu Sicherheit, Respekt und Verantwortung.

Demokratie und Diskriminierungssensibilität
Auch unsere Haltung zur Demokratiebildung ist ein wichtiger Bestandteil des Schutzes. Kinder lernen, ihre Meinung zu äußern, Grenzen zu benennen, anderen zuzuhören und Konflikte gemeinsam zu lösen. Sie erfahren, dass Beteiligung und Verantwortung zusammengehören und dass jede Person Anspruch auf Respekt und Schutz hat.
Ebenso wichtig ist unser Verständnis von einer diskriminierungssensiblen Schule. Wir achten darauf, dass kein Kind aufgrund seiner Herkunft, Hautfarbe, Sprache, Religion, Behinderung, seines Geschlechts oder anderer persönlicher Merkmale benachteiligt oder ausgegrenzt wird. Diskriminierende Äußerungen und Handlungen nehmen wir ernst und sprechen sie an.

Schutz und Wohlbefinden im Schulalltag
Schutz beginnt im täglichen Miteinander. Wir achten auf einen respektvollen Umgang und schaffen verlässliche Strukturen, in denen Kinder Orientierung finden. Regeln und Absprachen sollen dazu beitragen, dass sich alle in den Klassen, auf dem Schulhof, im Ganztag und in den weiteren Bereichen der Schule sicher bewegen können.
Die Kinder werden ermutigt, über Sorgen, Ängste und unangenehme Erfahrungen zu sprechen. Sie sollen wissen, an wen sie sich wenden können, wenn sie sich unwohl fühlen, verletzt wurden oder Unterstützung benötigen. Beschwerden und Hinweise werden ernst genommen und sorgfältig bearbeitet.
Konflikte gemeinsam lösen
In der täglichen Arbeit mit den Kindern geht es immer wieder darum, Konflikte zu klären und Lösungen zu finden. Streit gehört zum Zusammenleben dazu – entscheidend ist, wie wir damit umgehen.
Wir unterstützen die Kinder dabei,
 ihre Gefühle und Bedürfnisse auszudrücken,
 einander zuzuhören,
 Grenzen wahrzunehmen und zu respektieren,
 Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen,
 sich zu entschuldigen und Wiedergutmachung zu leisten,
 gemeinsam faire Lösungen zu entwickeln.

Bei verbalen oder körperlichen Auseinandersetzungen greifen die pädagogischen Fachkräfte ein. Sie unterbrechen die Situation, schützen betroffene Kinder und klären anschließend, was geschehen ist. Je nach Situation werden weitere Fachkräfte und die Erziehungsberechtigten einbezogen. Dabei geht es nicht nur um eine Reaktion auf den Vorfall, sondern auch darum, Ursachen zu verstehen und zukünftige Konflikte möglichst zu vermeiden.

Systemische Autorität und gemeinsame Professionalität
Um unsere pädagogische Haltung weiterzuentwickeln, führen wir schulinterne Fortbildungen mit SyNa zum Thema systemische Autorität durch. Dabei beschäftigen wir uns damit, wie Erwachsene auch in schwierigen Situationen präsent, klar und beziehungsorientiert handeln können.
Systemische Autorität bedeutet für uns, Verantwortung zu übernehmen, Grenzen deutlich zu setzen und gleichzeitig die Beziehung zum Kind nicht aus dem Blick zu verlieren. Wir handeln nicht allein und nicht impulsiv, sondern beziehen – wenn notwendig – Kolleginnen und Kollegen, die Schulleitung, Familien und weitere Fachstellen ein. So entsteht ein tragfähiges Unterstützungsnetz, das Kindern Orientierung und Sicherheit gibt.

Unterstützung durch Fachkräfte
Ein wichtiger Pfeiler unseres Schutzkonzeptes ist die Schulsozialarbeit. Sie ist für Kinder, Familien und schulische Fachkräfte ansprechbar und unterstützt bei sozialen, emotionalen und familiären Belastungen. Durch Beratung, Gespräche und pädagogische Angebote trägt sie dazu bei, Konflikte frühzeitig zu erkennen und Kinder in schwierigen Situationen zu stärken.
Auch die Runde der Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Schutzstrukturen. Hier werden Beobachtungen und Unterstützungsbedarfe fachlich beraten. Gemeinsam werden passende Maßnahmen entwickelt, damit Kinder mit ihren unterschiedlichen Voraussetzungen und Bedürfnissen angemessen begleitet werden können.

Darüber hinaus arbeiten wir eng mit dem Regionalen Beratungs- und Unterstützungszentrum (ReBUZ) zusammen. Das ReBUZ unterstützt Schulen, Kinder und Familien unter anderem bei emotionalen und sozialen Schwierigkeiten, Konflikten, Verhaltensauffälligkeiten und Krisen. Die Zusammenarbeit ermöglicht es, bei Bedarf zusätzliche fachliche Unterstützung einzubeziehen und gemeinsam tragfähige Lösungen zu entwickeln.

Klare Orientierung auch in schweren Fällen
In besonders schweren übergriffigen Situationen bietet uns auch das Bremische Schulgesetz gemeinsam mit der Verordnung über Maßnahmen bei Erziehung und Ordnungsmaßnahmen eine klare rechtliche Orientierung. Diese Regelungen legen fest, wie Schulen bei erheblichen Regelverstößen handeln können und welche Maßnahmen zum Schutz der Schulgemeinschaft möglich sind.
Dabei gilt für uns: Ordnungsmaßnahmen sind kein Ersatz für pädagogische Beziehungsarbeit und keine vorschnelle Bestrafung. Sie werden geprüft und – falls erforderlich – angemessen, verhältnismäßig und unter Beachtung der geltenden rechtlichen Vorgaben eingesetzt. Ziel ist es, betroffene Kinder und Erwachsene zu schützen, Verantwortung deutlich zu machen und die Sicherheit im Schulalltag wiederherzustellen.

Auch in solchen Situationen behalten wir unseren Grundsatz im Blick: Jedes Verhalten macht Sinn und hat einen Grund. Wir bemühen uns daher weiterhin, die Hintergründe des Verhaltens zu verstehen und passende Unterstützung zu organisieren. Gleichzeitig machen wir klar: Grenzverletzendes oder übergriffiges Verhalten wird nicht hingenommen. Der Schutz aller Beteiligten hat Vorrang.
Je nach Situation beziehen wir die Schulleitung, die Eltern und Erziehungsberechtigten sowie weitere Fachstellen ein. Dazu können insbesondere die Schulsozialarbeit, die Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen oder das ReBUZ gehören. So verbinden wir rechtliche Klarheit, pädagogische Verantwortung und den Schutz der gesamten Schulgemeinschaft.

Schutz vor sexueller und häuslicher Gewalt
Unser Schutzkonzept gegen sexuelle Gewalt ist ein wichtiger Bestandteil des allgemeinen Schutzkonzeptes der Schule. Es schafft klare Zuständigkeiten und Handlungssicherheit, wenn Kinder von sexualisierten Grenzverletzungen, Übergriffen oder Gewalt berichten oder wenn entsprechende Beobachtungen Anlass zur Sorge geben. Die Aussagen und Signale der Kinder nehmen wir ernst, handeln ruhig und verantwortungsvoll und beachten die geltenden fachlichen und rechtlichen Vorgaben.

Ein weiterer Bereich ist der Schutz vor häuslicher Gewalt. Wenn Kinder von Gewalt, Bedrohungen oder belastenden Situationen in ihrem Zuhause berichten, hören wir aufmerksam zu und nehmen ihre Wahrnehmung ernst. Wir versprechen dabei nichts, was wir nicht halten können, und geben Informationen nur im notwendigen Rahmen weiter. Gemeinsam mit der Schulleitung klären wir die nächsten Schritte und beziehen – je nach Situation – fachkundige Beratungsstellen (Kinderschutzzentrum) sowie das Amt für Soziale Dienste (AfSD) ein.

Dabei arbeiten wir kompetent, vertraulich und abgestimmt. Ziel ist es, die Kinder zu schützen, ihre Sicherheit zu erhöhen und ihnen passende Unterstützung zu vermitteln. Wir achten darauf, dass sie nicht allein gelassen werden und dass Maßnahmen sorgfältig abgewogen werden.

Auch hier gilt unser Grundsatz: Jedes Verhalten macht Sinn und hat einen Grund. Wir betrachten auffälliges Verhalten als mögliches Signal für Belastungen und gehen diesen aufmerksam nach. Gleichzeitig steht der Schutz der Kinder immer an erster Stelle. Unser Vorgehen verbindet daher eine wertschätzende Haltung, klare Verantwortlichkeiten und die Zusammenarbeit mit den zuständigen Fachstellen.

!Respect

Ein Programm, das Wirkung zeigt

Hier kommen Sie zu unserem Respect-Programm.

Schule Oderstraße · Sabine Blunck